Credo

3.3 - Gemeinschaft der Heiligen

Heiligenbilder (c) www.heiligenlexikon.de
Datum:
Sa. 1. Juni 2024
Von:
Christoph Berthold

„Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen!“ (Mt. 18,20) Das ist das heimliche Gründungswort der Kirche. 

 

Wenn ChristInnen zusammenkommen, kommt es nicht auf die Summe der positiven und negativen Eigenschaften an. Wohl aber, dass dabei mehr da ist, als diese Bilanz von Soll und Haben. Dieses „MEHR“ trägt den Namen Jesus – als Maß, Mitte und Ziel. Er ist auch der Heilige, oder anders gesagt „der Heiligmachende“.

ChristInnen der Frühzeit nannten sich tatsächlich HEILIGE = Heilmachende. Nicht, weil sie besonders fehlerfrei waren oder Gutmenschen oder gar perfekte Exemplare der Gattung Mensch. Sondern, weil sie unter der Kraft des Heils stehend fühlten, sie sich von Jesu Liebe täglich reingewaschen empfanden – heiliggemacht. So gedacht wird aus der Kirche die „Gemeinschaft der Heiligen“.

Mit „Gemeinschaft der Heiligen“ sind also zunächst keine Heiligen im Himmel gemeint, sondern Christen, die sich sonntags um den Altar versammeln, um miteinander Eucharistie zu feiern.

Sprachlich, sagen Latinisten, denn das Credo wurde auf Latein verfasst, ist das Wort „sanctorum“ der Genitiv Plural des (Neutrum-)Wortes „sancta“ = das Heilige, die heiligen Dinge und das wiederum bezieht sich auf die Hauptsakramente Taufe und Eucharistie. So hat es auch Paulus gemeint, wenn er seine Briefe „an die Heiligen“ in Rom oder Ephesus adressiert: Er schrieb an die Getauften, die den Auftrag Jesu erfüllten, gemeinsam Abendmahl zu feiern.

Wer also sagt: „Ich glaube an die Gemeinschaft der Heiligen“, bekennt sich zu einer Kirche, die sich im Heiligen Geist um den Tisch des Herrn versammelt. Durch diese Feier werden wir zu einer Gemeinschaft von Himmel und Erde, Raum und Zeit, von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Noch einmal: In diesem Satz geht es nicht um Heilige im Himmel, um Auferstehung oder ewiges Leben. In diesem Satz geht es um die Kirche, um die Frage, was sie ist und wie sie ist. Die Antwort des Credo: Die Kirche ist Eucharistiegemeinschaft. Und deshalb ist die Sonntagsmesse nicht irgendein nebensächlicher Teil der Kirche, sondern ihr Kern. Dass das aus vielerlei Gründen nicht mehr spürbar ist, kratzt an den Fundamenten der Kirche. Und die Diskussionen um Priesteramt und Abendmahlsgemeinschaft bekommen ein noch schwereres Gewicht. Die „Gemeinschaft der Heiligen“ ist kein exklusiver Club besonders hervorragender Menschen, die in ihrem Lebenswandel eine besondere Heiligkeit unter Beweis gestellt haben. Zur Gemeinschaft der Heiligen gehören alle, deren Leben durch die Gemeinschaft mit ihrem Herrn Jesus Christus geheiligt wird.

 

Gebet / Meditation /Impuls

In der Taufe haben wir den Geist Jesu empfangen.

Wir selbst haben die Kraft, heilig zu leben, heilig zu werden.

Wir tragen in uns einen heiligen Kern, den göttlichen Funken.

Gott wohnt in uns.

Wir können aus diesem Inneren heraus die anderen und uns selbst,

Gott und die Welt lieben