Das Vater unser

6.11 Vater unser...denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit

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Datum:
Mo. 1. Aug. 2022
Von:
Christoph Berthold

Das Böse

Das Vater unser endet mit der „Doxologie“ – dem Rühmen der Herrlichkeit Gottes in Ewigkeit. 

 

Diesen Lobpreis hat Jesus nicht gebetet. Daher steht er so auch nicht im biblischen Text. Trotzdem ist sie theologiegeschichtlich bedeutsam. Sie greift mit dem Vatergedanken auf den Anfang des Vaterunsers zurück und rundet das Gebet ab. Formuliert wird nicht dein sein sei das Reich sondern „dein ist das Reich“. Quasi eine Garantie für die Betenden, dass ihre Bitten nicht ins Leere gehen, sondern Erhörung finden – Gott ist Grund und Garant, sein ist das Reich, die Kraft und Macht in Herrlichkeit. Herrlichkeit ist ein Ausdruck für Gottes einzigartiges, unveränderliches Wesen. Die Reichen und Mächtigen können sich noch so abmühen, mit sich oder schönen Dingen zu glänzen – das ist nur Show, niemals volle Herrlichkeit. Das Gute daran ist, sie können zwar eine Zeitlang bestimmen, wie der Hase läuft. Aber niemals für immer und ewig. Echte Macht, Kraft und Herrlichkeit ist allein bei Gott in seinem Reich.

„REICH GOTTES“ – was ist das eigentlich?

Bei einem Reich denke ich an Königreiche wie die europäischen Königshäuser, an machtvolle Reiche wie das Römische Reich oder modern übertragen an machtvolle Staaten wie die USA und China. 

Jesus meint damit etwas anderes. Er predigte das Reich Gottes – quasi sein „Grundsatzprogramm“ neben der Bergpredigt. Er wollte nicht einfach die 613 religiösen Gesetze der Juden abschaffen. Er wollte das Judentum reformieren, indem er sagt: wichtig sind die Gebote – liebe Gott und andere wie dich selbst. Sein Verständnis von Reich Gottes lässt sich z.B. verstehen mit Begriffen wie FRIEDE, LIEBE, GERECHTIGKEIT. Und er sprach davon, dass das Reich Gottes nahe sei, nicht erst später kommt.

Aus dem Beten um das Reich Gottes spricht das Vertrauen, dass unser Sein in dieser Welt, nicht das Letzte ist, sondern höchstens das Vorletzte. Egal, was in meinem Leben geschieht oder die Welt erschüttert, Gott wird alles zum Guten wenden. ChristInnen können getrost in die Zukunft blicken, weil Gott der Herr ist – in Ewigkeit!

„Er aber sagte: Wem ist das Reich Gottes ähnlich, womit soll ich es vergleichen? 19 Es ist wie ein Senfkorn, das ein Mann nahm und in seinen Garten säte; es wuchs und wurde zu einem Baum und die Vögel des Himmels nisteten in seinen Zweigen.“ (Lukas 13,18f, aus Bibel – Einheitsübersetzung)

Was kannst du tun, um das Reich Gottes wachsen zu lassen?

Gebet:

Vater unser…

denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.